Wir sind umgezogen! Allerdings nur im World Wide Web!

Das Schöne bei Umzügen im Web! Die Adresse bleibt dieselbe. Sie erreichen uns nachwievor bequem unter: www.readingroom.at

Was bringt der Umzug! Für uns mehr Platz! Für Sie mehr User*innenfreundlichkeit.

Allerdings ist die Internetseite ja nur unsere Auslage. Das Beste ist: Sie schauen einfach in der Anzengrubergasse in Wien-Margareten vorbei…

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre Anregungen…

 

kult.tour: „Über 7Brunnen musst du gehen“ … am 24. September

Aufgrund einer Terminkollision wurde die kult.tour „Über 7Brunnen musst du gehen…“ vom 23. auf den 24. September verlegt. Wir haben zwar in einer eigenen Aussendung darauf hingewiesen. Aber wie heißt es so schön: „Was pickt, das pickt…“ Daher kann es sein, dass einige Anzeigenmedien, wie etwa der FALTER unsere kult.tour am 23. September ankündigen. Dies ist jedoch definitiv falsch. Die Tour finder am 24. SEPTEMBER 2017 ab 14.00 Uhr statt und geht beim read!!ing room los.

 

It’s a read!!ing room Birthday Party . 15 Jahre read!!ing room

Es begann im Jahr 2002. Ein vollgeräumtes Souterrain stand schon einige Zeit lang leer. Man nahm es zunächst zur Kenntnis, ging öfters vorbei, schaute gelegentlich durch die schmutzigen Scheiben ins Innere. Irgendwann fiel die Entscheidung. „Ja, wir mieten das Ding…“  Nach einigen wenigen Handgriffen wurde der read!!ing room eröffnet. Zunächst als Provisorium – doch wie das in Wien so bei Provisorien gerne der Fall ist –  sind diese meist von Dauer und das ist auch gut so.

Fünfzehn Jahre nach einem memorablem Eröffnungsabend an dem Halloween, Weltspartag und read!ingroom-Baustellenfest auf einmal begangen wurden,  ist das Provisorische geblieben und wurde zum fixen Bestandteil der Wiener Literaturszene.

read!!ing room – Subkultur pur

Der kulturelle Nahversorger read!!ing room hat sich seinen subkulturellen Habitus jedoch beibehalten. Die Betreiber*innen, Gabriele Rökl und Thierry Elsen, sind daher ein wenig stolz,  wenn Besucher*innen verblüfft vernehmen, dass der read!!ing room bereits seit 15 Jahren funktioniert. Ein erstauntes „Was? Euch gibt es schon so lange?“ sei eines der schönsten Komplimente, das man bekommen könne und der verlässliche Indikator dafür, dass man noch nicht im Mainstream angekommen sei, so die beiden Organisator*innen weiter.

Dienstagsschreiber*innen

Auch das Programm im Oktober bestätigt diese Haltung. Die Dienstagsschreiber*innen sind mittlerweile eine Institution. Am jeweils zweiten und vierten Dienstag des Monats treffen sich Autor*innen, Newcomer*innen und Literaturbegeisterte zum gemeinsamen Schreiben – ohne  Kursgebühren oder Verpflichtungen. Im Unterschied zu organisierten Schreibwerkstätten oder -Kursen seien die „Dienstagsschreiber*innen“ sehr „offen organisiert“, so Rökl und Elsen. Die Moderation wechselt von Termin zu Termin, ebenso wie die Aufgabenstellungen. Mit Karin Gayer und Doro Pointer lesen am 19. Oktober auch zwei  Autor*innen, die regelmäßig an den Dienstagsschreiber*innen teilnehmen und auch bereits einige Lesungen im read!!ing room absolvierten.

Bildungsbeitrag zur Nationalratswahl

„Tito, die Piaffe und das Einhorn“ sei der read!!ing room „Bildungsbeitrag zur Nationalratswahl“. Im Zentrum von Christian Moser-Sollmanns Roman steht Christian Penk, genannt Tito, der als Politikberater seinen Lebensunterhalt bestreitet und der  „der einzige nur Halbverblödete in diesem Scheißladen“ ist. Kein Wunder, dass die Organisator*innen einer Buchpräsentation noch vor der Nationalratswahl zustimmten.

Vor einiger Zeit riefen Gabriele Rökl und Thierry Elsen den Dienstag zum „read!!ing room-Tag“ aus. Da der 15. Jahrestag just auf den Dienstag fällt kommt es am 31. Oktober zu einem ganz besonderen jour fixe. Ab 18.00 Uhr feiert der read!!ing room Geburtstag und lädt alle Freund*innen, Wegbegleiter*innen und Gäste ein mit zu feiern – mit Open Mic, Buchtausch und allem was dazu gehört. Das read!!ing room Team nimmt schon jetzt Anmeldung entgegen.

Das „Jüdische Margareten“

Der ehemalige Tempel in der Siebenbrunnengasse

 

Alles begann vor über 10 Jahren: Mit der Tour „Durch das neue und alte Matzleinsdorf“ wagte der read!!ing room den ersten Schritt in die Vergangenheit des 5. Bezirks. Aus dieser ersten Tour entwickelten sich mehrere andere. „Über 7Brunnen musst zu gehen“ zum Beispiel, die sich im Laufe der Zeit eigentlich immer mehr zu einer „jüdischen“ Tour wurde. Nicht nur die Synagoge, sondern auch der Restitutionsfall um Maria Altmann und Klimts Gemälde spielten eine Rolle. Übrigens wird die nächste Tour daher am 24. September erneut über die 7Brunnengasse führen.

Auf jeden Fall beschlossen wir eine eigene Tour zum Thema: „Das Jüdische Margareten“ zu organisieren. Diese zeigt, dass Margareten sehr wohl ein jüdisches Leben hatte, dass der Zionismus in Margareten ebenso zuhause war, wie eine sehr kleine aber lebendige jüdische Community.

Holocaust

Eine Tour, die das jüdische Margareten präsentiert, ist auch immer eine Tour zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust. Die Tour endet auch am ehemaligen Passamt in der Wehrgasse 1 – einem Ort, der wie (fast) kein anderer für die Schikane an einer einzelnen Bevölkerungsgruppe steht.

„Summa in da Stadt“ geht in die Zielgerade

Der meteorologische Herbst beginnt zwar bereits am 01. September: er scheint sich jedoch temperaturtechnisch noch nicht so wirklich einzustellen. Für den read!!ing room endet das Festival „Summa in da Stadt“ auf jeden Fall mit Ende August. Grund genug für ein paar tolle Veranstaltungen

Fantastische Nacht

Am 24. August las Franz Mayer in Vertretung von Carina Nekolny. Er präsentierte Nekolnys neuen Roman, der den Arbeitstitel „Fantastische Nacht“ trägt. Franz Mayer, der bereits mehrmals im read!!ing room auftrat („Kunstkolchose ahoj“) las etwas mehr als eine halbe Stunde. Er nutzte die Gelegenheit, die Protagonistin aus Carina Nekolnys neuem Werk vorzustellen: Poldi Beranek, eine gutbürgerliche Wienerin, lebt ihr Leben in Monologen und Zwigesprächen. Poldi ist über 80. Die meisten ihrer Nächsten haben das zeitliche bereits gesegnet. Dennoch sind Hedi, Poldi sehr präsent in ihren Erinnerungen. Der Zivildiener Valentin ist einer der wenigen Fixpunkte der älteren Dame, die seit 70 Jahren in derselben Wohnung auf der Wiener Landstraße, wohnt.

Tabuthema Alter

Auch wenn in den letzten Jahren das Thema Alter zusehends in Film und Literatur bearbeitet wurde, handelt es sich nach wie vor um ein delikates Thema, über das man nur sehr wenig spricht. Bestimmte Themen wie Sexualität im Alter – vor allem weibliche Sexualität – werden weitgehend tabuisiert. Nekolny griff in „Fantastische Nacht“ das Thema Alter in den verschiedensten Facetten auf und schuf mit Poldi Beranek eine Figur des alten Wiens mit einer eigenen Sicht auf das aktuelle Umfeld. Darüber hinaus ist Poldi Beranek eine sehr (be)greifbare Figur mit einem hohen Identifizierungspotenzial für viele Leser*innen. Dies bewiesen vor allem die Gespräche nach der Lesung.

China und Hochzeitsfotos

Am 25. August präsentierten Lucia Kainzbauer und Stephan Rökl Fotos aus China. In einem sehr gut strukturierten Vortrag, ging es weniger um das Wikipedia-Wissen rund um eine der beliebtesten Hochzeits-und Urlaubsstätten in China, sondern vielmehr um die Eigenheiten der VR China im Jahr 2017. Die VR China die meistens nur in Form von Wirtschafts- und/oder Katastrophennachrichten in den Köpfen vieler Europäer*innen präsent ist, bedeutet für uns Europäer eine Herausforderung. Kainzbauer und Rökl berichteten von Trinkritualen, Abrisshäusern. Hochzeitspaaren und allumfassender Kameraüberwachung. Sie räumten dabei mit einigen Klischees auf oder zeigten, dass die Sicht von China auf Europa eine ganz eigene ist.

Jüdisches Margareten

Am 27. August begehen wir die letzte Veranstaltung von „Summa in da Stadt 2017“, das auch heuer wieder vom Bezirk Margareten unterstützt wurde. Das read!!ing room Team organisiert einen Spaziergang in das „jüdische Margareten“ und legt somit eine weitere historische Facette von Margareten  offen.

Wohnzimmerkonzert 2: Jazzig, smooth und elegant

Natascha Rojatz und Andi Sagmeister sind – laut eigenen Aussagen – erst ein einziges Mal zusammen aufgetreten. Bei einer Betriebsfeier. Kaum zu glauben eigentlich. Davon war jedoch beim zweiten Wohnzimmerkonzert des „Summa in da Stadt 2017“-Festivals  nicht zu merken.

Wunderbar smooth und elegant glitten Natascha Rojatz (Klarinette und Saxophon) und Andi Sagmeister (Guitarre) durch die Klassiker des Jazz, nicht ohne auch eine Eigenkomposition von Andi Sagmeister zu präsentieren.

Coole Jazzklänge hallten durch den read!!ing room und die Anzengrubergasse und verbreiteten eine angenehme Stimmung mit viel Feeling.

Tierisches, allzu Tierisches: Richard Weihs liest (und spielt).

Wir beginnen gleich mit einer Entschuldigung. An und für sich ist das ja das Ressort von Herbert W., aber diesmal fühlen wir uns gedrängt mit einem aufrichtigen „Mea Culpa, Mea Maxima Culpa“ die Review von „Richard Weihs liest“ zu beginnen. Und genau dort liegt der Hund begraben.  Aufmerksame Leser*innen unseres Programms beanstandeten  zurecht: „Da steht ja, dass der Weihs liest … wieso zeigt’s denn ein Bild mit einer Quetschen…“.

Richard Weihs beantwortete diese Reklamation mit Bravour und brachte kurzerhand die „Quetschen“ einfach mit. Und der begrabene Hund spielte in gewisser Weise auch eine literarische Rolle, denn die meisten Texte, die der Meister aus Mariahilf las und sang und spielte, handelten von jenen lieben Viecherln, die uns mehr oder weniger ans Herz gewachsen sind.

Hunde, Katzen, Leguane, Fledermäuse und andere Haustiere

Nun denn… vom begrabenen Hund ist es sprichwörtlich nicht so weit bis zur „Krot“ (hochdeutsch: die Kröte), die dann hin und wieder auch gefressen wird  – oder werden muss. Richard Weihs erläuterte den Ursprung der Redewendung „die Krot fressen“ mit einer ganz eigenen Geschichte. Volksetymologie ist doch meistens etwas Wunderbares. Der gelungene Ausflug wurde nahtlos fortgesetzt. Ausflüge ins Wienerische – und zwar ins tiefste und dreckige Wien mit entsprechendem Lokalkolorit in der Stimme – wechselten sich mit Satirischem ab. Richard Weihs bewies dabei auch seine parodistischen Qualitäten, indem er einen Text im André-Heller-Ton vortrug.  Er wechselte nahtlos vom nasalen Ton Hellers ins Nuscheln eines Hans Moser. Selbstredend wurde aus der „Blattlaus“ eine „Filzlaus“. Weiter ging es im breiten Wiener Dialekt. Danach kredenzte er im reinsten Hochdeutsch die erotische Ausstrahlung von Küchengeräten (siehe Video). Richard Weihs las etliche Texte aus „Kleine Freiheiten“, das bereits 2010 im arovell-Verlag erschienen war und besprach alles was vier bis sechs Beine oder Flügel hatte. Es war ein schöner Reigen an Katzen, Hunden, Leguanen und Fledermäusen, den Richard Weihs mit Quetsche, Maultrommel oder Fußgestampfe aufführte. Man kam sich ein wenig vor wie in einem Schönbrunner Kuriositätenkabinett mit Streichelzooeffekt.

EM-Euphorie auch im read!!ing room

Richard Weihs war so freundlich seine Lesung mit dem parallel laufenden Spiel der österreichischen Fußballnationalfrauschaft abzustimmen. Das Elfmeterschießen gegen Dänemark wurde dann bei einem kalten Getränk via Handys und Tablets in der Pause verfolgt. Das Ausscheiden der Frauen sorgte nur für einen kurzen Dämpfer, da Richard Weihs es meisterhaft verstand das Publikum mit seinen Gedichten, Texten und Liedern zurück ins Boot zu holen.

Richard Weihs liest

Ein kurzer Take-Out aus Richard Weihs Lesung. Für alle Küchengerätefetischist*innen und alle jene, die eine "Schweinerei" mögen.

Posted by read!!ing room – Verein zur Förderung von Alltagskultur on Samstag, 5. August 2017

Ich bin ein Satzdieb … Impulslesung V

Stellen Sie sich ein Leben vor in der weibliche Roboter, die auf den wunderbaren Namen TESSA hören, in Dienstmädchenoutfits echte Frauen ersetzen. Ein feuchter Altherrentraum aus der Schmuddelkammer? Abstoßend? Undenkbar? Nun: Für die Autorin Edie Calie sind solche dystopischen Spielereien der Stoff aus dem ihre Kurzgeschichten sind.

Bei der mittlerweile 5. Impulslesung präsentierte Edie Calie, Autorin von unterschiedlichen Büchern, Kurzgeschichten. Die Kurzgeschichten handelten über das Schreiben, über die Liebe und andere gr0ße Themen. Für viele Texte wählte Sie als Rahmen eine Dystopie. Der Aufbau der Geschichte erfolgte oft in Schleifen, was dramaturgisch teilweise zu einer ungeheuren Spannung führte. Dabei präsentierte sich Edie Calie als sehr genaue Beobachterin der Generation Y bis Z. Die Vice-Autorin hat ein gutes Auge und ein noch besseres Gehör – sie schafft es – sehr oft mit dem Mittel des Dialogs in wenigen Zeilen einen Charakter zu umreißen: egal ob es sich um die überfreundliche HR-Dame Beate (der Name ist Programm) mit ihren sinnlosen Personalfragebögen oder um den jungen Benjamin handelt, der den Haushalt schmeißt und seiner Liebsten einen veganen Quinoa-Curry-Auflauf kocht. Für das Rezept bitten wir geneigte Leser*innen sich vertrauensvoll an Frau Calie zu wenden. Ob Frau Calie, ähnlich wie einer ihrer Figuren, die Technik des Satzdiebstahles – sprich das Verarbeiten von aufgeschnappten Sätzen im eigenen Werk – betreibt, soll und kann an dieser Stelle nicht geklärt werden.

Alleine die Art und Weise, wie Edie Calie die Beziehung eines Paares – vom ersten Verliebsein- bis zur Trennung – beschreibt ist beeindruckend. Mit einem simplen Kniff stellt sie die Beziehung, die weitgehend aus der weiblichen Sicht erzählt wird, in einen politischen Kontext. Der Satz „Und die Rechten haben die Wahl gewonnen“, dient nicht nur als harter Schnitt zwischen den einzelnen Sequenzen und „Entwicklungsschritten“ in der Beziehung, sondern stellt einen Rahmen her, der eine vermeintlich private Zweierbeziehung in einen politischen und gesellschaftlichen Kontext stellt… Nach einer halben Stunde Lesezeit hatte Edie Calie bewiesen, dass sie alles andere als eine plumpe Satzdiebin ist und dies wohl auch in Zukunft eher ihren Figuren überlässt.

„Sommer“ unplugged…

"Sommer" von Louisa Specht Band

Take Out aus "Wohnzimmerkonzert" – "Louisa Spech Band" mit Louisa Specht und Lukas Plankenbichler.

Posted by read!!ing room – Verein zur Förderung von Alltagskultur on Sonntag, 23. Juli 2017

Bereits zum dritten Mal konnten Louisa Specht und Lukas Plankenbichler für ein „Wohnzimmerkonzert“ im read!!ing room gewonnen werden. Eigene Kompositionen von Louisa Specht wechselten mit Coverversionen ab. Die eigenen Songs sind vorwiegend in Deutsch. „Schwarz-weiß“ und „Sommer“ sind nur zwei Titel, die aus der Feder der Musikstudentin stammen. Die Begeisterung des Publikums war so enorm, dass die beiden Musiker*innen für die Zugaben tief in die Repertoirekiste greifen mussten.

„Summa in da Stadt“. El Awadalla liest…

Da kennt man sich schon Jahrzehnte und irgendwie ergab sich noch nie die Gelegenheit einer gemeinsam veranstalteten Lesung. Diese Tatsache wurde nun am 13. Juli definitiv korrigiert. El Awadalla las im read!!ing room einen Querschnitt aus ihren aktuellen Büchern und Texten.

El Awadalla mit dem Pickerl „Dialektdichterin“ zu versehen, ist sicherlich zu kurz gegriffen. Aber auch wenn sie in der Hochsprache liest, wird sofort deutlich, dass sie eine Autorin ist, die den Menschen sehr genau zuhört. Aus diesem aktiven und bewussten Zuhören – böse Stimmen würden von Belauschen sprechen – entstanden gleich zwei Bücher:

El Awadalla reiht sich mit diesen Büchern in einer Tradition ein, die in Wien weiland von Max Winter begründet wurde. Der Journalist und Vizebürgermeister der Stadt Wien war bekannt für seine Reportagen, bei denen „die offene oder verdeckte teilnehmende Beobachtung“ im Vordergrund seiner Recherche stand. Diese Art des Beobachtens zeichnet auch El Awadalla aus, die zu unterschiedlichsten Tag und Nachtzeiten etwa das AKH in Wien besuchte, um geeignete Dialoge zu finden.

Flüchtlingstagebuch

Davor las El Awadalla aus ihrem Flüchtlingstagebuch. Sie engagiert sich seit 2015 in diesem Bereich. Ausgangspunkt war der Tod von Flüchtlingen in einem Schlepper-LKW. Bei einem zweiten LKW, den verschiedene Augenzeug*innen – u.a. auch El Awadalla – gesichtet hatten, wurde Schlimmeres verhindert. El Awadalla berichtet ihre Erlebnisse in der Flüchtlingsarbeit ohne Larmoyanz, Moralität und Bitterkeit. Sie erzählt ihre Erlebnisse mit einem Augenzwinkern: etwa über die Tücken der Wohnungssuche, über die Schwierigkeiten der Kommunikation und über die Abenteuer, die man bei Wanderungen erleben kann. Ihr Ton und ihre Sichtweise sind dabei eine willkommene Alternative zu den marktschreierischen Zeitungsdiskursen, an die wir uns alle zu sehr gewöhnt haben.