Feuerabend – oder die wundersame Welt der Juristerei

Markus Grundtner stellte seine Texte in der Impulslesung IV vor

Es kommt auch nicht alle Tage vor, dass ein Mensch zunächst Theaterwissenschaft mit Erfolg studiert, um sich dann der Juristerei zuzuwenden. Im Falle von Markus Grundtner ist es nun einmal so, wobei das Wort Fall für den Arbeitsrechtler eine eigene Bedeutung haben muss. Der 1985 in Wien geborene Autor und Rechtsanwaltanwärter bewies jedoch bei seiner Impulslesung beeindruckend, dass sich Literatur und Juristerei spielend miteinander verbinden lassen.

Markus Grundtner, ebenfalls Mitglied bei jungwien2014, lud ein, den Arbeitstag auf skurrile Weise ausklingen zu lassen: Mit seiner „Ansage an die Absage“ trieb er die Realsatire von offiziellen Briefwechseln (Bewerbung, Immobilienmakler etc.) sehr weit und zeigte, dass viele Menschen bei Absagen in den Modus des vorauseilenden Gehorsams verfallen und allzu schnell kapitulieren. In der gleichen Tonart ging es weiter. Grundtner beschrieb unterbeschäftigte Mitarbeiter/innen einer Anwaltskanzlei, die mit allen Mitteln ihr Recht auf Arbeit erkämpften und konzipierte vor den Augen und Ohren des Publikums einen Fall um ein rosa Haarband, der zu einer Lawine an Prozessen bis in die obersten Instanzen führte. Er gab vor allem einen kleinen Einblick in eine Welt, in der die zwischenmenschliche Kommunikation aufgehört und durch das Verhandeln vor Gericht ersetzt wurde.

Markus Grundtner präsentierte Texte, die in leicht abgeänderter Form auch als Kabarett auf einer Bühne funktionieren würden. Sie erinnerten ein wenig an die „Business Class“-Satiren von Martin Suter. Vielleicht ist dieser Vergleich mehr Bürde als Kompliment. In jedem Falle soll er ein Anreiz sein.

Impulslesung IV: Markus Grundtner

Ausschnitte aus "Feuerabend". Eine Impulslesung von Markus Grundtner am 16. Mai 2017 im read!!Ing room

Posted by read!!ing room – Verein zur Förderung von Alltagskultur on Mittwoch, 17. Mai 2017

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